49er-Segler Erik Heil/Thomas Plößel krönen 20-jährige Olympia-Partnerschaft mit der zweiten Bronzemedaille

Erik Heil und Thomas Plößel sind bei den Olympischen Spielen in Japan im 49er zu ihrer zweiten Bronzemedaille nach 2016 gesegelt. Der 31-jährige Steuermann und sein 33-jähriger Vorschoter hatten im Finale eine schwere Aufgabe zu lösen, hielten dem Druck aber Stand, parierten die Angriffe ihrer Gegner souverän und machten aus ihrem vierten Platz nach der Hauptrunde noch einen mitreißenden Bronze-Coup. Jubeln konnten sie gemeinsam mit zwei weiteren Crews vom German Sailing Team: Die 49erFX-Seglerinnen Tina Lutz und Susann Beucke sorgten mit ihrer Silbermedaille für eine herausragende Skiff-Bilanz der DSV-Flotte. Die Mixed-Katamaran-Segler Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer erkämpften Bronze im Nacra 17. Die drei Medaillen gewannen die GER-Crews binnen rekordverdächtiger vier Stunden, in denen die Mannschaftskameraden im Olympiahafen von Enoshima gar nicht mehr aus dem Jubeln herauskamen. Die deutschen Flaggen wehten an der olympischen Slipanlage fast durchgehend.

Erik Heil und Thomas Plößel krönen mit ihrer zweiten Olympia-Medaille ihre 20-jährige Segel-Partnerschaft. „Diese Medaille ist die wichtigere“, sagte Vorschoter Thomas Plößel, „weil sie so viel schwerer zu gewinnen war.“ Das Finale der zehn besten 49er-Crews der XXXII. Olympischen Spiele war an Spannung kaum zu überbieten. Sowohl die Entscheidung über den Olympiaisieg als auch die über Platz drei fielen in der Endabrechnung bei Punktgleichheit. Olympiasieger wurden die Briten Dylan Fletcher und Stuart Bithell. Weil sie das Medaillenrennen nach packendem Schlussspurt mit 30 Zentimetern Vorsprung vor Heil/Plößel gewannen, konnten sie die neuseeländischen Top-Favoriten Peter Burling und Blair Tuke bei jeweils 58 Zählern auf dem Konto punktgleich auf den Silberrang verweisen. Ebenso punktgleich setzten sich Heil/Plößel ausgerechnet gegen ihre spanischen Trainingspartner und Freunde Diego Botin Le Chever und Iago Lopez Marra durch (beide 70 Punkte), die im Finale nicht über Platz sieben hinauskamen. „Das ist ein bisschen traurig“, sagte Erik Heil, „sie waren im letzten Jahr oft die Besten und hätten die Medaille verdient.“ Trotzdem freuen sich Erik Heil und Thomas Plößel über ihren Erfolg und ihre Medaille. Gemeinsam mit ihrem Trainer Marc Pickel und Team Manager Frithjof Schade, haben die gebürtigen Berliner, die ihre Leidenschaft für den Segelsport als Kinder im Tegeler Segel-Club entdeckten und dort von ihrem Jugendtrainer und Mentor vor zwei Jahrzehnten zusammengebracht wurden, ein starkes Team aufgebaut.

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