Geisternetze

Der dreifache Weltumsegler Rollo Gebhard gründete 1991 die Gesellschaft zur Rettung der Delphine und leitete sie bis zu seinem Tod im Dezember 2013. Inzwischen haben sich die Probleme in den Weltmeeren nicht gebessert, sondern zugespitzt. Millionen Tonnen Plastik, Verklappungen von Chemie und Munition sowie die ewig schwimmenden Geisternetze aus Nylon sind nur einige der Probleme, die uns jetzt einholen. Zeit zum Handeln, wie der Verein es jetzt in der Ostsee tut. Mit einem gänzlich neuen Tauch-Workshop wartet die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) in diesem Jahr auf: Vom 2. bis 3. April werden Sporttaucher auf Rügen fit gemacht, um künftig an Bergungsaktionen von Geisternetzen teilnehmen zu können. Der Workshop ist in einen theoretischen und einen praktischen Part aufgeteilt und wird von der GRD zusammen mit dem erfahrenen Geisternetztaucher Wolfgang Frank aus Rügen geleitet.

Geisternetze zu bergen ist anspruchsvoll:

Schlechte Sicht durch Algenblüte oder Aufwirbelung dunklen Sediments, der Umgang mit dem Messer, das kraftraubende Ausgraben unterschiedlichster Netzteile, das Anbringen von Lift Bags sowie das koordinierte Arbeiten aller Taucher in Tiefen von bis zu 30 Metern. Allein in der Ostsee bleiben pro Jahr 5.000 bis 10.000 Fischernetze oder deren Teile im Meer zurück. Sie treiben ziellos in der Ostsee oder verhaken sich am Meeresgrund an Steinen oder Wracks. Sie fischen unkontrolliert weiter! Vom Hering bis zum Schweinswal – viele maritime Lebewesen verfangen sich in den herrenlosen Netzen. Oftmals sterben diese Tiere einen qualvollen Tod.

E-Mail:

info@delphinschutz.org

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